Huschhusch, sans weg…

NotenOhDuMeinOesterreich

Österreich teilt –grafisch gesehen- wie ein Keil die beiden wohlhabenden und wunderbar funktionierenden Makroregionen Süddeutschland (40 Mio. Einwohner) und Oberitalien (30 Mio. EW). Und ist im Vergleich zu den beiden anderen ziemlich unbedeutend, wenn nicht sogar rückständig, was die technologischen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und sportlichen Aspekte angeht.

Mit gerade einmal achteinhalb Mio. besitzt die rot-weiß-rote Alpenrepublik auch keine signifikante Relevanz, was die Einwohnerzahl betrifft. Um es auf die Fußballwelt herunter zu brechen: wenn der FC Bayern, Juventus Turin und Rapid Wien ein Dreierturnier ausspielen würden, dann wäre relativ klar, wer am Ende den letzten Platz einnehmen würde. Dass man nun unbedingt vom Außenseiter einen Mitgliedsausweis haben möchte (weil der Opa da vielleicht irgendwann früher auch mal war), dann ist das jetzt nicht weiter verwerflich, ja eher fast ein wenig rührend.

Dass man aber mit diesem Randthema „Doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler“ die Zeitungsseiten über Wochen voll schreibt, ist schon recht anstrengend, weil nämlich dort besser die wichtigen Dinge des Lebens behandelt werden sollten, die eben nicht nur ein paar Handvoll Superpatrioten umtreiben. Grundsätzlich sei natürlich jedem Bürger das Recht auf Doppelte Staatsbürgerschaft zugestanden, sofern er umzieht und dauerhaft im Ausland lebt, allein schon wegen des damit einhergehenden Wahlrechts.

Auch ich freue mich, im Frühjahr zusätzlich zu meinem deutschen noch den italienischen Pass zu erhalten, um endlich auch an die hiesige Wahlurne zu dürfen. Dass man jedoch – ohne Umzug – eine zusätzliche Staatsbürgerschaft, sozusagen aus der Ferne erhalten soll, ist aus mehreren Gründen relativ absurd. Und dass es dabei auch noch um den Pass für einen doch irgendwie ziemlich merkwürdigen Operettenstaat geht, macht das Ganze auch nicht besser, im Gegenteil.

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